PIK DAME | FFM BHFSVRTL
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Wie kam es zur SAMMLUNG JONES ?

Das fing mit den Stencils an. Wann ich das erste gesehen oder fotographiert habe, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Es entstand eher zufällig am Rande der Arbeit und ich hatte keine Ahnung, was ich damit einmal anfangen werde. Eine Sammlung Jones war in diesem Sinne nicht geplant. ... Am liebsten fotographiere ich unterwegs und auf der Strasse. Die Ideen zu den Projekten Makro Money; Hipstamatic oder den anderen Fotoserien kamen durch das Reisen. Durch das`Machen`mit den unterschiedlichsten Foto Apparaten wuchs die Anzahl der Serien und damit wuchs die Sammlung.

Warum war es Ihnen wichtig diese unterschiedlichen fotographischen Projekte umzusetzen?

Mich interessiert das Gegensätzliche. Das Fotographieren erfolgt einerseits einem intuitiven Handeln und einer Reaktion auf die Außenwelt, andererseits ist Fotographie eine Refelexion über das was man sieht und wahrnimmt. Es geht es um Licht, Beleuchtung, Perspektiven, Objekte, Objektive. Ein Fotograph ist manchmal wie ein Reisender in einer fremden Welt, ein Begleiter auf Zeit. Man kann es mit einem Touristen vergleichen, der im Hotel von der Realität abgeschirmt ist. Erst beim Verlassen des Hotels besteht die Möglichkeit in eine fremde Welt einzutauchen und neue Eindrücke wahrzunehmen. Die unterschiedlichen Foto-Projekte in der Sammlung Jones verstehe ich selbst als eine Art Tagebuch eines Handlungsreisenden.

Hat sich ihr Begriff von Wahrheit und Wirklichkeit durch die Projekte geändert?

Der Begriff von Wahrheit ist sehr Komplex. Zumindest scheint der Begriff viel komplizierter zu sein als es die Fotographie je war. Das schlimme ist nur, wenn man gar nichts über Wahrheit weiß, kann einem alles als Wahrheit verkauft werden und Bilder dienen gern als Beweis dieser Wahrheit. Ein Bild kann in beide Richtungen als Vehikel dienen, denn es lässt viel mehr Interpretationsspielraum offen, als es die von ihm wiedergegebene Wirklichkeit jemals könnte. Die Wirklichkeit hat viele Facetten; aber die eine Wahrheit existiert nicht und lässt sich nicht abbilden. Die Idee der einen Wahrheit funktioniert wie ein Glücksversprechen. Solange dieses Bild des Glücksversprechens in den Köpfen ist, kann die Wahrhaftigkeit schnell an Relevanz verlieren. An Hand der Fülle an Informationen und Bildern kann es vorkommen, dass der Sinn für Zusammenhänge verlorengeht. Alle Glücksversprechen arbeiten mit Emotionen, den großen Gefühlen und mit großen Bildern. Und Emotionen sind nunmal ansteckender als Gedanken. Als Fotosoph sieht die Welt anders aus, als Hipstamatiker sowieso, das zieht sich durch alle Projekte.

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")


'FOTOSOPHIE'

"Die bloße Anwendung des Internets führt nicht zu einer besseren Welt. Gesellschaften scheinen auch nicht so frei zu sein, wie die Bilder in den Chats und Zeitschriften suggerieren. Was ein Künstler genau sein soll wußte ich nie und ein Freund von Manifesten war ich nie. Da sich die Begriffe in der Zeit nicht halten, habe ich passende erfunden. Es gibt diesen Spruch:`Der Künstler übersteigt das Banausentum nicht in Perfektion`– m.E. trifft es das.  FOTOSOPHIE und HIPSTAMATIKER beschreiben die Herangehensweise an Arbeiten aus der Sammlung Jones."

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")

`HIPSTAMATISIERUNG`

& über die Liebe zur Fotographie

"Es ist schon etwas komisch wenn jemand auf dem Fotoaparat anruft. Im Laufe der Zeit favorisierte ich bei der App Hipstamatic den Umgang mit den Optiken `John S.`und `Jane`; sowie den Film`Blanko`. Bei anderen Projekten und Auftragsarbeiten benutze ich Vollformatkameras."

 

"Die Beziehung zu John S. war fantastisch und eröffnete mir bis dato eine vollkommen unbekannte Welt. Diese neue Welt hielt solange, bis ich Jane traf. Mit Jane sah die Welt auf einmal ganz anders aus. Irgendwie war alles lebendiger und frischer. Im wesentlichen änderte ich nichts an meinem eigenen Verhalten oder an meiner Sicht der Dinge. Aber im Vergleich zu der Beziehung mit John S. war Jane eine Revolution an Farbigkeit, neuen Eindrücken und eine echte Bereicherung in meinem Leben. Mit John S. verbindet mich eine immer währende Freundschaft, mit Jane eine neue Leidenschaft.“

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")


"Dort, wo das `Gemeinte` aufhört, fängt das Sehen an! Die Komik des Ernsten! Die Banalität des Wichtigen! Der Glanz des Unscheinbaren! Die Überraschungen des Ungeplanten! Ein Gegenentwurf zu einer Fotographie des`Gemeinten`! Ein freies Spiel mit scheinbar Unvereinbarem, das sich über Assoziationen zu neuen Bedeutungen fügt! Lassen Sie Assoziationen tanzen! Lassen Sie sich von der Wirklichkeit überraschen! Schluss mit illustrativen Abbildern von Politikern, Promi-Smiles und Unfallautos! Schluss mit der ewigen Fixierung auf das `Gemeinte`! RITSCH RATSCH KLICK - EIN FOTOSOPHISCHES MANIFEST. Ein Fest und Augensschmaus!"

Verwackelt (Fotozine) | S.66 f Berlin/FFM| "Warum Jesus kein Fotos gemacht hätte" von A. Keller-Baumgarten

RITSCH RATSCH KLICK – DAS FOTOSOPHISCHE MANIFEST UND WARUM JESUS KEIN FOTOGRAPH WAR

"Es geht um Fotografien mit dem Smartphone und um die Betrachtung von Begriffen. Zunachst klingt das wie ein Widerspruch, denn in der Regel geht man davon aus, das sich ein Foto selbst erklärt. Fotografie ist eine Bildsprache und damit die einzige Sprache, die weltweit ohne Worte verstanden werden müsste, bzw. kann. Aber die Flut an veröffentlichten Bildern steht meines Erachtens in direktem Verhältnis zu einem gesellschaftlichen Wandel, in dem sich manche Begriffe genauso wenig halten lassen wie manche gesellschaftlichen Werte."

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")

LIEBHABER VON GEGENÄTZLICHKEITEN

"Interessant in diesem Zusammenhang ist der Gedanke, dass die Demokratie an sich nicht auf Rentabilität ausgelegt ist, es aber dennoch zu einer Ökonomiesierung und Selbstoptimierung aller Lebensbereiche gekommen ist. Es wirkt fast so, dass heutige Gesellschaften gar nicht so frei zu sein scheinen, wie die Bilder in den Zeitschriften oder Chats suggerieren. Mit der Wortschöpfung Fotosophie und den scheinbar belanglosen Fotografien setze ich dem Effizienz- und Nützlichkeitsdenken, das als Gesellschaftsmaxime existiert, etwas entgegen."

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")

WAHLKRAMPF


"Motive können zum Beispiel Tischdekorationen auf einem Pressetermin bei einem EU Gipfel sein, gestapelte Stühle im Bundesverfassungsgericht, gelbe Gummistiefel beim ersten Rundgang im Neubau der ECB, oder der Blick aus dem fahrenden Auto von einem Termin zum Nächsten."

(Auszüge aus dem Interview mit Pete Jones aus dem Buch "RITSCH RATSCH KLICK - ein fotosophisches Manifest")

ZUM FOTOGRAFIEREN BRAUCHT MAN ZEIT – WER KEINE ZEIT HAT, KANN JA KNIPSEN


"Travelling faster and faster through this world, many of the everyday experiences that fill a journey get lost in the rush of getting from 'YOU ARE HERE' to whereever you are going. Iphonograhie is not about getting there, it´s about all the fun, the boredom and all absurdities you can have along the way." John S., Hipstamatiker

"Obwohl die Bilder an vollkommen unterschiedlichen Orten aufgenommen worden sind gibt es Verbindungen zwischen ihnen. Durch die Anordnung und Gegenüberstellung im Buch entstehen neue Fragen und die Antworten finden im Kopf des Betrachters statt. Pete Jones spricht von Kopfkino; denn es gibt nicht nur die eine Antwort. Klar gibt es Geschichten zu den einzelnen Bildern und Aufnahmeorten; aber das spannende ist, dass eine komplett neue Sichtweise entstehen kann."

 

"Pete Jones encourages readers to look closely at each page to uncover the connections between the images. He is interested in making pictures that are layered. They may suggest a point of view, but every reader or observer of this book will bring their own experience and set of associations to the work. Pete Jones constantly switching his subjects, tools and materials to expand himself and his work. This has helped him to continue to feel an urgency to make new work. He don’t want to be beholden to the past."