©Daniel Rosengren & Pete Jones  |  www.danielrosengren.se  |  www.makromoney.de

DIE KÜNSTLER

Daniel Rosengren ist Biologe und einer der erfolgreichsten Wildlife-Fotografen. Für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt dokumentiert er auf der ganzen Welt Naturschutzprojekte, Tiere und Landschaften, die Schönheit und den Artenreichtum der Natur. Gleichzeitig dokumentiert er die Naturzerstörung durch Wilderer, große Monokulturen und Industrien. Geld und der Umgang mit Geld spielen dabei ein große Rolle. Zum einen wird Geld benutzt, um die Vielfalt der Natur zu bewahren und die Artenvielfalt und Natur zu schützen. Zum anderen wird durch ungebremstes wirtschaftliches Wachstum ungeheuer viel Geld verdient, um diesen Lebensraum und diese Artenvielfalt zu zerstören.

 

Auf seinen Reisen durch die Welt fotografiert Pete Jones Banknoten. Banknoten gehen millionenfach durch unsere Hände

und doch kann sie kaum einer beschreiben. Durch die Makro-Fotografie eröffnen sich neue Sichtweisen und es kommen Dinge zum Vorschein, die man im alltäglichen Umgang mit den Banknoten nicht bemerkt. Winzige Details, exotische Landschaften, Artenreichtum der Natur, politisch-historische Ereignisse, Köpfe bedeutender Persönlichkeiten, Könige und Despoten. Geld ist so emotional besetzt wie kaum ein anderes Gut in unserem Leben. Geld aber rein ökonomisch zu betrachten, greift nach seiner Meinung zu kurz.

DAS PROJEKT: „Diversität und der Overview-Effekt“

Pandemie, Wachstum, Biodiversität, Rettungsschirm, Nachhaltigkeit, Ressourcen, Klimawandel, Freiheit, moderne Sklaverei. Diese Begriffe bestimmen die aktuelle gesellschaftliche Debatte und sie bilden die inhaltliche Basis für das Kunstprojekt „Diversität und der Overview-Effekt“. Als Overview-Effekt wird das Phänomen beschrieben, das Raumfahrer erleben, wenn sie zum ersten Mal den Planeten Erde aus dem Weltall sehen. Er soll die Perspektive auf die Erde und die darauf lebende Menschheit verändern.


Diesen Effekt machen sich die zwei Fotografen – Daniel Rosengren und Pete Jones – zunutze, ohne ein einziges Weltraum- oder Raumfahrer-Foto zu zeigen. Im Gegenteil: Sie kombinieren ihre unterschiedlichen Fotografien und ihre Sicht auf die Welt, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen. Damit eröffnen sie dem Betrachtenden ein mehrdimensionales Verständnis von Vielfalt und eine neue nie da gewesene Sichtweise. Obwohl die Bilder an vollkommen unterschiedlichen Orten aufgenommen wurden, gibt es doch Verbindungen zwischen ihnen. Zusammenhänge werden sichtbar, die vorher nicht sichtbar waren, was das Grundprinzip dieses Projektes widerspiegelt. 

 

Pete Jones und Daniel Rosengren kombinieren beispielsweise das Bild junger Löwen unter einem Jeep mit dem Motiv eines Geldscheines auf welchem Gewehre abgebildet sind. Keine wahllose Kombination von Bildern, denn jährlich werden 20 Milliarden Euro weltweit mit dem Handel und Wildern von Tieren verdient. Die Sucht nach Profit bedeutet den Tod von Artenreichtum und Wildtieren. Auf der anderen Seite nehmen Länder, (wie das, auf dessen Geldschein die Gewehre abgebildet sind) viel Geld in die Hand, um eben diese Wildtiere zu schützen, denn die bringen Devisen in Form von Tourismus.


Als Fürsprecher für dieses Projekt konnte Dr. Christof Schenck (Geschäftsführer Zoologische Gesellschaft Frankfurt, ZGF) gewonnen werden. Er ist das perfekte Bindeglied zwischen Wissenschaft und Kunst.

Dr. Christof Schenck: „Schon vor COVID -19 wussten Wissenschaftler, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Zerstörung von Lebensräumen und einem Anstieg von Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden, gibt. In gesunden Ökosystemen gibt es sehr viele Arten und sie sind unterschiedlich stark immun. Wenn wir die Artenvielfalt reduzieren, zum Beispiel indem wir Lebensräume zerstören, dann wird es wahrscheinlicher, dass Krankheiten sich ausbreiten. Das ist einer der Gründe, warum es so wichtig ist, dass wir intakte Ökosysteme erhalten und Wildtiere schützen. – Um uns selbst vor künftigen Pandemien zu schützen.“


Bereits jetzt zeichnet sich ab, wie stark die Krise Gewohnheiten und Vereinbarungen des Zusammenlebens infrage stellt. Diese „neuen Zeiten“ verlangen nach neuem Denken und nach der Kombination von Künstlern und Wissenschaftlern, Sponsoren und Ausstellungsmachern, die sich ohne dieses Virus vielleicht nicht getroffen hätten. Die ökologischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge sind komplex und vielfältig. Geld spielt eine wichtige Rolle, aber Geld hat zwei Seiten. Um diese Widersprüche in einem Kunsterlebnis sichtbar zu machen, haben die Künstler ihr Projekt „Diversität trifft den Overview-Effekt“ genannt.

 

Ziel des Projektes ist es, durch Austellungen der großformatigen Arbeiten und mit einem Film über das Projekt, das Gespräch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu unterstützen und den Austausch zwischen Wissenschaften, Künsten und der Öffentlichkeit, anzuregen.

 

 

WORK IN PROGRESS 2020/2021