"Nun aber bleiben:

GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG.“

Bibelzitat des 1. Korintherbriefs 13

In seiner neuesten Arbeit kombiniert Pete Jones drei Bilder aus der Serie Makro Money mit einem Bibelzitat. Durch die spezielle Art seiner Fotografien wird den Original Banknoten nichts hinzugefügt; dennoch entsteht eine neue Sichtweise auf das Bestehende. Das Triptychon hat eine Größe von 360x180cm und wurde zum ersten Mal in der Ausstellung GELD • WAHN • SINN den Reinbeckhallen in Berlin gezeigt.

GELD • WAHN • SINN

Die Sammlung Haupt in den Reinbeckhallen | Bilder von der Vernissage vom 25.05.2018

"Interessanterweise spricht man in der Theologie von 'Erlösung' und in der Bankenwelt vom ‚Erlös', oder von 'Glaube' und 'Gläubiger', oder von 'Schuld' und ‚Schulden'. Neben dem Gott- Vertrauen existiert wohl auch ein Geld- Vertrauen." P.Jones

Pete Jones nähert sich seinem Gegenstand mit höchster, fast chirurgischer Präzision. Doch er nimmt keine Eingriffe vor, sondern bemüht sich „nur“ um eine bessere Wahrnehmbarkeit des Geldes und erschafft damit eine neue, nie da gewesene Sichtweise auf die Schönheit von Banknoten und Facettenhaftigkeit von Geld. Papiergeld wird dabei beleuchtet, durchleuchtet und erbarmungslos genau betrachtet. Die Arbeiten stellen die Frage nach Vertrauen, Glauben, Kunst und Macht.

GELD • WAHN • SINN

Die Sammlung Haupt in den Reinbeckhallen

Eröffnung: am Freitag, 25. Mai, 19 Uhr

Ausstellung vom 26. Mai bis 19. August 2018

Reinbeckhallen

Reinbeckstr. 17, 12459 Berlin

 

Was sind wir bereit, für Geld zu tun? Ist Geld zur Religion der heutigen Zeit geworden? Die Vermögensverteilung ist irrsinnig, die Mechanismen internationaler Finanzmärkte sind durchwachsen von Größenwahn. Wilde Spekulationen, Skrupellosigkeit und Manipulation sind an der Tagesordnung. Auch die absurden Auswüchse des Kunstmarktes sind in ihrer Komplexität und Preisbildung nur schwer zu durchschauen. Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit dem Verhältnis von Finanzen und Kunst sowie wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Fragen, sondern auch mit der Frage nach der Bedeutung und dem Wert, den Geld für unser Leben hat. Sie hinterfragt bestehende Systeme und zeigt Utopien und Visionen auf. Die Sammlung des Berliner Urheberrechtsanwalts Dr. Stefan Haupt umfasst knapp 300 Arbeiten, welche sich mit dem Thema Geld auf vielfältige Art und Weise und in verschiedenen Medien auseinandersetzen. Neben Fotografien, Objekten, Digital Art, Sound- und Videoarbeiten finden sich von Künstler_innen geschaffene Währungen, Aktien oder Entwürfe für Tauschplattformen. Die Ausstellung präsentiert einen Großteil der Sammlung, ergänzt durch Leihgaben.

TRIPTYCHON: GLAUBE • LIEBE • HOFFNUNG

GLAUBE

Die Banknote von den Bahamas zeigt auf der Vorderseite Queen Elisabeth II. und auf der Rückseite bunte Fische in einem(r) Riff / Unterwasserlandschaft. Der offizielle Queen Titel lautet: „Elisabeth die Zweite, von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Königreiche und Territorien, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens“. Und tatsächlich, der Glaube an das Königreich und an die Queen scheint trotz Brexit und dem drohenden Untergang des Commonwealth ungebrochen. (Original Banknote: Bahamas | 1/2 Dollar | 1965)

LIEBE

Göttin Ina ist auf einer Banknote der Cook Islands zu sehen. Nackt und nur mit einer Kokosnuss im Gepäck möchte sie zu ihrem Geliebten Tinirau, dem Gott der Fische. Der lebt auf einer weit entfernten Insel und Ina kann weder schwimmen noch hat sie ein Boot. Trotz aller Widrigkeiten ertrank Ina nicht. Sie hielt sich an der Rückenflosse eines Haies fest und der König der Haie brachte sie schwimmend zu ihrem Geliebten. Sie heirateten und lebten glücklich und zufrieden auf einer schwimmenden Insel.

(Original Banknote: Cook Islands | 3 Dollars | 1987)

HOFFNUNG

Die Banknote aus Polen zeigt auf der Vorderseite Jarosław Dabrowski, ein polnischer revolutionärer Demokrat, Führer der „Roten“ im Januaraufstand von 1863 in Polen und 1871 Oberbefehlshaber der Pariser Kommune in Frankreich. Nach der Teilnahme an der polnischen Unabhängigkeitsbewegung wurde er von den Russen nach Sibirien verbannt. Nach seiner Flucht ging er nach Frankreich; wurde General der Pariser Kommune und fiel beim Barrikadenkampf am Montmartre in Paris. Auf der Rückseite der Banknote ist eine Frau an einer Wand lehnend zu sehen. Bei der derzeitigen politischen Entwicklung im katholisch geprägten Polen kann ein neues Bild entstehen: `Die Demokratie wird an das Kreuz genagelt`(Original Banknote: Polen | 200 Zloty | 1976-88)

Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen Ländern zu beobachten und werden oft mit ökonomischen Gründen legitimiert. Wielange sich eine wirtschaftlich vernetzte Welt Armut noch leisten kann ist abhängig von der Geisteshaltung. Ob Demokratie in hochverschuldeten Staaten überhaupt funktionieren kann, diese Antwort liegt im Triptychon verborgen." P.Jones